Entstehung der Zeppelin-Gruppe und des Zeppelin-Museums

Entwicklung der Zeppelin-Gruppe

Schon als Kinder sind Svend-Ulrik Orneborg und Manfred Petersen in Tondern zusammen auf Entdeckungsreise gegangen. Sie verbindet nicht nur das gemeinsame Interesse an Militärgeschichte; sie sind auch miteinander verwandt. Svend-Ulriks Mutter war die Tochter einer Schwester von Manfreds Großvater. Beide Großväter waren als Soldaten Teilnehmer des ersten Weltkriegs; der eine beim Landsturm, der andere bei der Marine. Nach der Wiedervereinigung Nordschleswigs mit Dänemark im Jahre 1920 sind die Familien in Tondern ansässig geblieben. Im zweiten Weltkrieg standen ihre Väter auf unterschiedlichen Seiten -Manfreds Vater war Angehöriger der Wehrmacht, Svend-Ulriks Vater dänischer Widerstandskämpfer-; trotzdem blieben sie Freunde.

Manfred und Svend-Ulrik hatten gehört, daß im Wald nahe der Kaserne im heutigen Sperrgebiet während des ersten Weltkriegs militärische Anlagen gewesen sein sollen. Auch ihre Großväter haben manchmal etwas erwähnt, haben aber nie viel erzählt Um so reizvoller war es für die beiden Jungen das damals eigentlich "Verbotene", "Geheimnisumwitterte" näher zu erforschen. Sie stießen auf Reste aus vergangenen Zeiten, konnten sie aber noch nicht einordnen. Je mehr sie fanden, desto größer wurde das Interesse zu erfahren, was sich in diesem Gebiet 60 Jahre zuvor zugetragen hatte. Von älteren Tonderanern erfuhren Sie, daß sich dort während des ersten Weltkriegs ein deutscher Luftschiffhafen befunden hatte. Damit wurde das Interesse an der Erforschung dieses Gebiets noch größer. Ende der siebziger Jahre trafen sie mit John Vaupell Christensen auf einen Gleichgesinnten. Er war sehr gut mit dem 1978 verstorbenen, ehemaligen Gasmeister aus Berlin, Friedrich Röder, bekannt gewesen, besaß viele seiner Unterlagen aus der Zeit der Luftschiffe und hatte sich im Laufe der Jahre ein großes Wissen über den ehemaligen Luftschiffhafen in Tondern angeeignet. Röder und Christensen haben das Gelände oft gemeinsam erkundet. In der Zusammenfassung über den ehemaligen Luftschiffhafen beschreibt Christensen den Geist von damals: "Wir fühlten uns wie Archäologen-Zoologen auf der Jagd nach den Resten der Riesendrachen der Urzeit und nach ihren Fundorten." Friedrich Röder pflegte bis zu seinem Tod zahlreiche Kontakte zu ehemaligen Luftschiffern, von denen viele auch nach der Wiedervereinigung in Dänemark geblieben sind. Fortan forschten sie zusammen. Weitere Fundamente wurden gefunden und viele andere Fundstücke kamen zusammen. Allmählich gewannen sie einen Überblick über die ehemaligen Anlagen. Um noch mehr über die Zeppeline von Tondern zu erfahren und auch die Bevölkerung für die interessante Vergangenheit zu sensibilisieren, veranstalteten sie Ende der achtziger Jahre in einem Vereinslokal, einem alten Bootshaus in Tonder, einen Informationsabend über den ehemaligen Luftschiffhafen. Sie wollten die Geschichte des Luftschiffhafens vorstellen und weitere Kontakte knüpfen. Es war auch eine Möglichkeit, um an weitere Informationen zu kommen. Das Interesse der Tonderaner war groß und neue Informationen kamen zusammen. Auch über die Grenze nach Deutschland hinaus wurden die Aktivitäten bekannt. Ein Reporter des Flensburger Tageblatts brachte einen großen Bericht über die Aktivitäten der "Zeppelinforscher" von Tonder und machte sie in Nordeutschland bekannt. Die Zeppelin-Gruppe fühlte sich in ihrer Arbeit bestätigt und bestand Ende der achtziger Jahre aus Manfred Petersen, Svend-Ulrik Orneborg, Arthur Klintholm, John Vaupell Christensen, John Provan und Jörgen Bendorff.

Aufbau des Zeppelin-Museums

Da der Umfang der Fundstücke wuchs, beschlossen sie eine Austellung zu machen. Dazu stellte das Museum in Tondern Ausstellungsfläche zur Verfügung. 1991 war es dann soweit. Die Ausstellung wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Viele Ausstellungsstücke kamen aus Tondern, aus dem Bereich des Luftschiffhafens, die sie selbst gefunden hatten. Einige Exponate wurden gespendet. Ein anderer Teil waren Leihgaben, die von befreundeten Museen, z. B. aus Nordholz, extra für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt worden waren. Angesetzt war die Ausstellung zunächst für 3 Wochen. Der Besucheransturm war jedoch so groß, das sie noch einmal um drei Wochen verlängert wurde. Insgesamt kamen ca. 6500 Besucher. Die Ausstellung war ein voller Erfolg. Doch was sollte nach der Ausstellung werden? Das Interesse der Öffentlichkeit war weiterhin groß an der Geschichte des Luftschiffhafens in Tonder. Durch einen glücklichen Zufall erhielten sie ein leerstehendes Haus nahe dem Stadtmuseum von Tondern für eine ständige Ausstellung gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung gestellt. In vielen Tagen und Wochen und auch mit Hilfe von Sponsoren aus Tondern wurde es renoviert. Leider konnte die Zeppelin-Gruppe dieses Haus nur ca. 1 Jahr als Ausstellungsraum nutzen. Mit dem Tod von John Vaupell Christensen verlor die Gruppe eines seiner idealistischten Mitglieder. 1993/94 mußten sie das vom Museum zur Verfügung gestellte Haus endgültig räumen; es sollte abgerissen werden.

Somit mußte eine neue Bleibe für das Museum und seine Ausstellung gefunden werden. Davon hatte der Jørn Hertz Nielsen, der “Major”, heute Mitglied der Zeppelin-Gruppe, gehört. Das dänische Militär hatte eine alte Werkstatt und ein Lagerhaus, direkt in der Nähe des alten Gashauses an der Straße nach Ribe, die kaum genutzt wurden. Diese konnte der Zeppelin-Gruppe für ein geringes Entgelt mieten. Die Renovierung mußten sie aber selbst übernehmen. Die Zeppelin-Gruppe sah sich das stark renovierungsbedürftige Gebäude an und entschied sich, es zum neuen Museum zu machen. So ging es abermals ans Werk. In vielen Stunden wurde gezimmert, gestrichen, geputzt.... Nach 3 Jahren war das Museum endlich fertig. Fehlende Gelder konnten wieder durch viele Sponsoren am Ort aufgebracht werden. Es kamen die Mitglieder Aigle Johannsen und der  Jørn Hertz Nielsen hinzu. Unterstützung in ihrem Vorhaben erhielten sie auch von vielen bereits bestehenden Zeppelin-Museen in Deutschland, zu denen auch heute noch freundschaftliche Beziehungen bestehen. Zu nennen sind da die Zeppelin-Museen in Friedrichshafen, Zeppelinheim und Meersburg sowie das Aeronauticum in Nordholz. Besonders zum Gelingen der Ausstellung beigetragen hat auch Otto Heinz Hennigsen von der ehemaligen Marine-Luftschiffer-Kameradschaft Hamburg, der auch heute noch das Museum mit seinem umfangreichen Archiv und seinem Wissen unterstützt.

Eröffnung des Zeppelin-Museums

Am 08. Mai 1999 konnte das Zeppelin-Museum dann endlich mit einer großen Feier in seiner heutigen Form wiedereröffnet werden.

Zeppelin-Museum Tondern
                            Das neue Museum

Zeppelin-Museum Tondern (Seitenansicht)
                            Blick vom Gasverkvej auf das Museum

Eingangsbereich
                            Der Eingang

Sehen Sie hier Bilder von der Eröffnungsfeier im Mai 1999:

Modell des Luftschiffhafens       Gäste im Museum


Ausstellungsstücke von TOSKA       Gäste bei der Eröffnung


Ansprache von Manfred Petersen       Manfred Petersen und Svend-Ulrik Orneborg


Fachgespräch       Oberer Austellungsraum


Soldat des ersten Weltkriegs       Gäste unter dem Propeller von L45


Verschiedenes       Andenken zu verkaufen


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Zeppelin

Stand:
September 2001