Die Wiedervereinigung in Tondern im Jahre 1920

Nordfriesland mit den Inseln Sylt, Föhr und Amrum, sowie einige Halligen gehörten einst zur Kreisstadt Tondern.

Tondern um 1920
                    Tondern vor der Wiedervereinigung (Blick auf die Große Straße)


Grenzgebietsüberwachung
                    Deutsch-Dänische Grenzgebietsüberwachung in Tondern 1916-1917

Mit dem Zusammenbruch des Kaiserreiches am 11. November 1918, dem Sieg der Revolution in Berlin und dem Wunsch von Präsident Wilson, das Selbstbestimmungsrecht eines jeden Volkes durchzusetzen, kam auch bei den dänischen Südjütländern wieder Hoffnung auf, den von Status von 1864 zu ändern. In den Artikeln 109 bis 114 des
Versailler Vertrages wurden die Randbedingungen für eine Volksabstimmung in Nordschleswig festgelegt.

Im Juli 1919 wurde die internationalen Kommission CIS (Commission Internationale Slesvig) eingesetzt. Am 10. Januar 1920 übernahm sie Schleswig und am 10. Februar fand die Abstimmung in Nordschleswig - Zone 1 - statt. Es wurden 75.431 dänische und 25.319 deutsche Stimme abgegeben. Die Abstimmung in Zone 2 fand einen Monat später statt, wobei 51.724 deutsche und 12.800 dänische Stimmen abgegeben wurden.

Die Abstimmungszonen 1 und 2
                                          Die Zonen 1 und 2 (Volksabstimmung 1920)

Bei den Abstimmungen 1920 wurde in den Teilen des Kreises Tondern und in der Stadt Tondern wie folgt gewählt:
  

 

Abgegebene Stimmen der Dänen

Abgegebene Stimmen der Dänen [%]

Abgegebene Stimmen der Deutschen

Abgegebene Stimmen der Deutschen [%]

Wahlbe- rechtigte insgesamt

1. Abstimmung

10.02.1920

Zone 1

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Teil des Kreises Tondern
davon:
Stadt Tondern
Flecken von Hoyer
Flecken von Lügumkloster

10.223


750
219

542

59,1


23,5
27,4

51,2

7.083


2.448
581

516

40,9


76,5
72,6

48,8

19.065


3.507
876

1.151

2. Abstimmung

14.03.1920

Zone 2

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Teil des Kreises Tondern

2.376

12,1

17.283

87,9

21.616


In Nordschleswig gab es eine kleine deutsche Mehrzahl in Apenrade und Sonderborg und eine deutsche Mehrzahl in Tondern und Hojer. Der deutsche Wahlsieg in Zone 2 gab Anlaß zur Osterkrise.
Nach einigen politischen Auseinandersetzungen wurde die Wiedervereinigung der Zone 1 mit Dänemark beschlossen; die Zone 2 verblieb bei Deutschland. Dadurch verlagerte sich die deutsch-dänische Grenze ein Stück nach Süden und zerschnitt den Kreis Tondern. Aus Tondern wurde Tønder
. Übrig blieb Südtondern, und der kleine Marktflecken Niebüll war auf einmal Kreisstadt.

Am 10. Juli 1920 konnte König Christian X. auf seinem weißgescheckten Pferd über die alte Königsau-Grenze hinein ins neue dänische Südjütland reiten.


Begrüßung der dänischen Abordnung
                                                  Wiedervereinigung im jetzt dänischen Tondern

Somit ging auch der ehemalige deutsche Luftschiffhafen in den dänischen Besitz über. Eine Wiedervereinigungsfeier wurde sogar im ehemaligen deutschen Flugzeughangar durchgeführt, wie folgendes Bild belegt:

Vorbereitung der Feierlichkeiten
                          Vorbereitung der Feier im Flugzeughangar


Wiedervereinigungsfeier im Flugzeughangar
                              Wiedervereinigungsfeier im Flugzeughangar des ehemaligen Luftschiffhafens

Lesen Sie
hier gesamte Geschichte der Wiedervereinigung Nordschleswigs mit Dänemark...

Zeppelin

Stand:
Februar  2002