Die Funk- und Peilstationen von Tondern

Die Peilstation

Eine sehr wichtige Rolle spielte die drahtlose Telegraphie für die Ortsbestimmung der Schiffe im Kriege. Sehr oft war es bei Nacht und Nebel, wenn längere Zeit ohne Sicht auf die Erde gefahren werden mußte, oder über See, wenn keine Landmarken zu sehen waren, dem Schiff nicht möglich, seinen Standort zu bestimmen, da die Versetzung durch Wind sehr bedeutend und nicht bekannt war. In diesem Falle war es im Krieg eingeführt worden, daß das Schiff funkte: “Erbitte Ortsbestimmung”. Dann wurde ihm von den großen Stationen, eine solche stand z.B. auch in Tondern, zugefunkt aus welcher Richtung die Signale dort eintrafen. Die großen Funkstationen hatten besondere Apparate zur Festlegung der dieser Richtung. Dem Schiff wurde dann zugefunkt mit welcher Abweichung zur Nordrichtung der Funkstrahl bei der Station eintraf. Die beiden Strahlen wurden auf einer Karte auf dem Schiff eingezeichnet. Ihr Schnittpunkt ergab den momentanen Standort des Schiffes. Dieses sogenannte “Kreuzpeilverfahren” hatte im Kriege den großen Nachteil, daß auch der Feind die Zeichen abhören und den Standort des Schiffes bestimmen konnte, unter Umständen auch mehrmals, so daß ihm dann auch der Weg des Schiffes bekannt war.

Folgendes Bild zeigt den ca. 70 m hohen Peilmast von Kleve. Ähnlich ausgeführt war der Peilmast von Tondern. Um seine Stabilität zu gewährleisten, war er mit Stahlseilen zu allen Seiten abgespannt.

Peilmast von Kleve
                                    Peilmast von Kleve

Nach dem Kriege wurde der Mast abgewrackt. Teile wurde für den Aufbau der Radiostation Blavand weiterverwendet. Bei späteren Bauarbeiten auf dem ehemaligen Gelände stieß man auf die Fundamente mit den einbetonierten Ösen für das Abspannen des Funkmastes.

Spannseilfundament 1



Spannseilfundament 2


Zwei originale Ösen befinden sich heute im Zeppelin-Museum in Tondern.

Ösen


Die Funkstation

Die Funkstation stand im Ortskern von Tondern. Heute findet man noch die Fundamente auf denen die zwei großen Funkmasten gelagert waren. Die folgenden Bilder zeigen ein Fundament mit Teilen der Verankerung im heutigen Zustand.

Fundamente der Funkstation 1


Fundament der Funkstation 2


Fundament der Funkstation 3


Eisenbeschläge



Zeppelin

Stand: Mai 2001