Der heutige Zustand des ehemaligen Luftschiffhafengeländes

Auf dieser Seite finden Sie einige Eindrücke über den heutigen Zustand des Geländes des ehemaligen deutschen Luftschiffhafens von Tondern. Die Abfolge der Bilder ist dem Rundgang angelehnt, den die Zeppelin-Gruppe interessierten Besuchern bietet. Alle Bilder geben den Zustand des ehemaligen Luftschiffhafens 2000-2003 wieder. Aufgrund der Bilderanzahl kann es -je nachdem wie schnell die Datenübertragung ihrer Weltnetzverbindung ist- zu einer erhöhten Ladezeit kommen, bis alle Bilder korrekt dargestellt werden.
Bitte haben Sie dafür Verständnis, sonst wäre eine Darstellung der Sachverhalte nicht in dieser Ausführlichkeit möglich.


1. Der ehemalige Flugzeughangar

Die Front des Flugzeughangars ist nicht mehr original. Sie wurde vor der Benutzung des dänischen Militärs neu gestaltet und mit anderen Toren versehen. Der Rest des Gebäudes ist original aus deutscher Zeit erhalten. Der Flughangar ist meist der Ausgangspunkt für Führungen über das ehemalige Luftschiffhafengelände. Die Zeppelin-Gruppe hofft, diesen ehemaligen Flugzeughangar eines Tages in den Museumsbereich einbeziehen zu können.

Zufahrt zum ehem. Flugzeughangar
                            Zufahrt zum ehemaligen Flugzeughangar (Vorderfront)


Seitenansicht des Hangars mit Toren
                            Blick von der anderen Seite (Vorderfront mit Dachfenster)


Stirnseite des Hangars
                        Seitenansicht (Stahlfachwerk, Dachfenster)


Blick auf die Rückseite
                        Rückansicht mit Stahlfachwerk und Anbau


Andere Stirnseite
                            Seitenansicht
 
   Rückseite mit Türen                 Ehemaliger Stromanschluß
     Rückansicht mit einzelnen Türen                               Ehemaliger elektrischer Anschluß
    
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2. Das Fernheizungsgebäude

Unmittelbar in der Nähe des Flugzeughangars befindet sich das ehemalige Fernheizungsgebäude für den Flugzeughangar und weitere Gebäude. Es besteht aus rotem Backstein und ist nahezu unversehrt. Heute dient es u.a. auch als Clubhaus für die örtliche, dänische Polizei.

ehem. Fernheizungsgebäude
                            Ehemaliges Fernheizungsgebäude in der Nähe des Hangars


ehem. Fernheizungsgebäude
                            Die dem Flugzeughangar zugewandte Seite
                            
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3. Baracken hinter/seitlich vom Flugzeughangar

Unmittelbar hinter und seitlich vom Flugzeughangar befanden sich die Baracken für die Marineluftschiffer, wie man auf dem Luftbild von 1917 erkennen kann. Hier existieren noch vereinzelnd Fundamente, die aber im hohen Gestrüpp liegen oder mit Erde bedeckt und deshalb schwer zu sehen sind. Ein Originalteil einer dieser Baracken steht heute im Zeppelin-Museum in Tondern.
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4. Offiziersbracken und “Offiziersstein”

Deutlich zusehen sind noch die alten Fundamente der ehemaligen Offiziersbaracken. Hier ragen sogar noch die eisernen Halterungen für die hölzernen Barackenwände aus dem Boden. So deutlich, wie auf den folgenden Bildern kann man die Fundamente nur im Frühjahr erkennen. In den Sommermonaten ist hier alles zugewachsen.

Grundriß der Offiziersbaracken
                            Barackenfundament mit “Offiziersstein” im Hintergrund


Grundriß - andere Perspektive
                            Blick zur anderen Seite (“Offiziersstein” liegt jetzt rechts)


Unmittelbar hinter den Offiziersbaracken findet man noch den sogenannten “Offiziersstein”. Dieser stand schon damals an derselben Stelle. Auf und mit diesem Stein ließen sich die ehemaligen Offiziere gerne ablichten. Hierzu gibt es einige historische Aufnahmen im Zeppelin-Museum. Der Stein trägt auch einige Inschriften, die heute jedoch nicht mehr lesbar sind.

                            “Offiziersstein”


Das folgende Bild zeigt eine Originalaufnahme von Offizieren mit dem “Offizierstein”. Es ist ungefähr aus der gleichen Perspektive aufgenommen, wie das Bild vom Standort des Steins heute. Im Hintergrund erkennt man weitere Baracken und die Seitenwand mit ihren gewaltigen Fenstern der Halle TOBIAS. Heute stehen an derselben Stelle Bäume.

Gruppenbild am Offizierstein
                            Offiziere vor dem “Offiziersstein”

Auch für so manchen Spaß war in den Kriegswirren noch Zeit:

Eine Zigarre in Ehren
                            Eine Zigarre auf dem “Offiziersstein”

Auch nach der Übernahme des Luftschiffhafensgeländes durch das dänische Militär im Jahre 1920 blieb der “Offiziersstein” ein beliebtes Motiv für Fotoaufnahmen (im Hintergrund erkennt man noch einige Baracken und die Halle TOSKA; die anderen Baracken sowie die kleineren Luftschiffhallen waren zu diesem Zeitpunkt schon demontiert):

Dänische Soldaten vor dem Stein
                            Dänische Soldaten des 2. Bat./Tondern vor dem “Offiziersstein”
                          
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5. Die ehemalige Luftschiffhalle TOBIAS

Hinter den Baracken dehnte sich die erste der Luftschiffhallen, die Halle TONI, mit nahezu 200 m Länge in ost-westlicher Richtung aus, wie man auf dem Luftbild von 1917 bzw. auch auf obigem Bild im Hintergrund erkennen kann. Folgende Bilder geben ein Eindruck vom heutigen Zustand der ehemaligen Luftschiffhalle. Die Halle existiert lange nicht mehr. Sie wurde 1922 abgebrochen. Erhalten geblieben sind Fundamente und Eisenträgerreste, die man heute im Wald findet.

Trägerreste von TOBIAS
                            Rest eines Trägers an der Westseite von TOSKA


Trägerreste von Tobias
                            Weiterer Trägerrest an der Westseite der Halle

Weiterhin erkennt man noch sehr deutlich die Fundamente der ehemaligen Laufkatzenbahnen. An die gelochten Flacheisen, die aus den Fundamenten herausragen, waren die Schienen anschraubt, mit denen die Laufkatzen geführt wurden. Gräbt man heute in den zugeschütteten Laufkatzenrinnen, so findet man Relikte vom Abbruch der Hallen wie Dach- und Glasreste sowie die Schrauben mit denen die Schienen befestigt worden waren.

   Laufkatzenrinne von TOBIAS       Laufkatzenrinne von TOBIAS
   Fundamente der Laufkatzenbahnen

Nach dem Abriß der Halle wurden das ganzen Hallenfundamente aufgebrochen und das Gelände mit Bäumen bepflanzt. Nur die massiven Fundamente der Eckpfeiler und die Laufkatzenrinnen sind erhalten geblieben. Anfang der neunziger Jahre stürzten während eines großen Herbststurmes nahezu alle Bäume im Bereich der Hallen TOBIAS und TONI um. Bei den anschließenden Aufräumungsarbeiten wurden die Laufkatzenbahnen zum Teil stark beschädigt, wie man auf folgenden Bildern erkennen kann.

   zerst. Laufkatzenrinne von TOBIAS       Laufkatzenrinne von TOBIAS
   Durch Waldarbeiten beschädigte Laufkatzenrinne (rechts intakte Rinne)

Auf dem folgenden Bild ist eine originale Laufkatze zu sehen. Man erkennt die Laufkatze, dessen Rollen um die Schiene greifen. Sie liegt dort mit den Seilen zur Befestigung der Luftschiffe als wenn sie gerade im Gebrauch war. Dieses Bild entstand nach einem Foto im
Aeronauticum in Nordholz.

  
Originale Laufkatze
                                Originale Laufkatze (nach einem Bild im Aeronauticum)


An den aufgebrochenen Laufkatzenrinnen erkennt man, daß diese aus Ziegelsteinen aufgemauert und anschließend verputzt worden sind. Zum Schluß wurden die Schienen montiert.

ehem. Schienenbefestigung
                            Laufkatzenbahn im Wald


In der ehem. Halle TOBIAS
                            Blick in der Halle TOBIAS heute (Blick vom Osttor in die Halle)
                          
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6. Die ehemalige Luftschiffhalle TONI

Zwischen der Halle TOBIAS und der Doppelhalle TOSKA befand sich die Halle TONI. Sie war vom gleichen Typ wie die Halle TOBIAS. TONI wurde jedoch noch zu deutscher Zeit, bereits im Jahre 1918 abgerissen. Teile der Halle oder die Halle selbts sollen später auf Sylt wieder aufgebaut worden sein. Möglicherweise sind auch nur Konstruktionsteile von TONI wiederverwendet worden. Hierzu gibt es derzeit aber keine weiteren Informationen.
Auch im Bereich der ehemaligen Halle TONI, der heute ebenfalls bewaldet ist, sind durch den Sturm anfang der neunziger Jahre zahlreiche Bäume umgefallen. Der größte Teil des Hallenfundaments liegt jedoch noch im unversehrten Waldstück.

Von Blättern bedeckt und bewachsen findet man auch hier die Fundamente der Laufkatzen. Sie sind ebenfalls mit Schutt gefüllt; man findet auch hier Reste des Daches und Fensterglas, gräbt man in den Rinnen. Stellenweise ragen auch hier noch die Verbindungseisen für die Schienen aus dem Fundament heraus. Gut zu erkennen ist auch, daß die Laufkatzenbahnen früher mit Holzbohlen abgedeckt waren, wenn sie nicht benötigt wurden. Man erkennt auf dem linken Bild die Absätze auf der linken und rechten Seite der Bahnen, in die die Bohlen gelegt wurden.

   Laufkatzenrinne von TONI       Laufkatzenrinne von TONI
   Laufkatzenbahnen von TONI


An den Ecken der ehemaligen Hallen findet man zum Teil noch die großen Eckfundamente mit den abgeschnittenen Eckträgern. Hier erkennt man auch einen Rest der Grundmauern. Im Wald findet man noch weitere Trägerreste, beispielsweise von Seiten der Hallen. Zum Teil ragen auch in mitten der ehemaligen Hallen Träger aus dem Boden, die da aber unmöglich gestanden haben können. Möglicherweise sind sie beim Abbruch der Halle am Dach abgeschnitten worden, heruntergefallen und haben sich in den aufgebrochenen Boden gebohrt. Niemand hat sich anschließend die Mühe gemacht, diese herauszuziehen und zu verwerten.

   Reste eines Eckträgers       Trägerreste von TONI
   Eckpfeiler am östlichen Ende von TONI                   Reste von Seitenträgern (Nordseite VON TONI)


Überall auf dem ehemaligen Fundament der Hallen, stößt man auf Glasreste, die von den großen Fenstern der Hallen stammen.

Glasbruch von TONI
                            Glasreste von TONI


Zuweilen findet im Bereich der ehemaligen Hallen eckige Fundamente mit eingegossenen Ösen und daran befestigten Ringen, die zum Teil noch heute -nach über 80 Jahren- noch beweglich sind. Diese dienten damals dazu, die in den Hallen liegenden Luftschiffe zu verzurren und damit fest in der Halle zu fixieren. Die Gondel wurde dabei meist auf einen speziellen Bock abgesetzt. Dazu wurde das Luftschiff etwas “schwerer” gemacht. Anschließend wurde es mit diesen Ringen im Hallenboden vertaut. So hatte ein Zeppelin eine stabile Position in der Halle.

ehem. Luftschiffbefestigung
                            Befestigungsöse
                          
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7+8. Die ehemalige Doppelhalle TOSKA

Die Halle TOSKA war eine Doppelhalle. Sie war so groß, daß sie alle während des ersten Weltkriegs produzierten Luftschifftypen aufnehmen konnte. Beim englischen Luftangriff im Sommer 1918 wurde das Dach von TOSKA von mehreren Bomben durchschlagen. Bei deren Explosion im Inneren der Halle gerieten die Zeppeline L54 und L60 in Brand und wurde völlig zerstört. Bis auf die Löcher im Dach, blieb TOSKA weitestgehend unversehrt. Nach dem Luftangriff konnte der Luftschiffhafen trotzdem nur noch für die Notbelegung verwendet werden. Die Halle TONI war zu dem Zeitpunkt schon demontiert worden. TOSKA wurde zusammen mit der TOBIAS erst im Jahre 1922 nach der Übernahme durch das dänische Militär abgerissen. Die Hallenfundamente wurden aufgebrochen und das Gelände anschließend mit Bäumen bepflanzt.


Mächtiger ehem. Eckpfeiler von TOSKA
                            Fundament eines Eckpfeilers an der Ostseite von TOSKA


Eckpfosten
                            Fundament eines Eckpfeilers an der Ostseite mit Befestigungsbolzen


Gewinde sind noch erhalten
                            Fundamente der Seitenträger mit Befestigungsbolzen


Man erkennt deutlich die aus dem Fundament herausragenden Bolzen, deren Gewinde auch nach mehr als 80 Jahren noch deutlich erkennbar ist.

2 Befestigungsbolzen
                            Befestigungsbolzen im Waldboden


Seitenträgerrest von TOSKA
                            Gut erhaltener Seitenträgerrest an der ehemaligen Südseite

Auch im ehemaligen Innenbereich findet man die Laufkatzenbahnen von TOSKA. Diese sind damals nicht umgebrochen worden. Sie sind heute mit Erde und Laub bedeckt, aber noch nahezu unversehrt. TOSKA war aufgrund seiner Breite mit drei Laufkatzenbahnen ausgestattet, was man auch auf dem Luftbild deutlich erkennen kann.

   Laufkatzenrinne von TOSKA       Laufkatzenrinne von TOSKA
   Laufkatzenbahnen im ehemaligen Innenbereich der Halle TOSKA


Auch innerhalb TOSKA gab es eine Reihe von Befestigungsmöglichkeiten für zwei Luftschiffe, die dort gleichzeitig untergebracht werden konnten. Man findet diese Ösen in regelmäßigen Abständen im ehemaligen Innenbereich von TOSKA.

ehem. Luftschiffbefestigung
                            Befestigungspunkt für Luftschiff


ehem. Luftschiffbefestigung
                            Befestigungsöse für Luftschiff im ehemaligen Inneren von TOSKA


Geht man durch das ehemalige Innere von TOSKA, so findet man an verschiedenen Stellen gerade durch den Boden verlaufende Betonfundamente. An einigen Stellen sind sie durchbrochen. Man stellt fest, daß sie hohlm sind und es sich um eine Art Tunnel oder unterirdische Kanäle handelt. Diese lagen damals unter dem Fundament der Hallen und dienten der Aufnahme von Versorgungsleitungen innerhalb der Halle TOSKA. In ihnen waren Gas- und Wasserrohre sowie Elektrokabel verlegt. An einigen Stellen findet man auch noch Reste ehemaliger Eisenrohre. Heute sind diese Kanäle meist mit Wasser gefüllt, und wenn man ganz still verweilt hört man an einigen Stellen des Plätschern des Wassers.

ehem. Versorgungskanal
                            Ehemaliger Versorgungskanal I


Alter Kanal
                            Ehemaliger Versorgungskanal II


Alter Kanal
                            Ehemaliger Versorgungskanal III


Kanal mit Zugangsöffnung
                            Teil eines Versorgungskanals


An der Nordseite von TOSKA, gerade eben außerhalb der Halle befindet sich ein aus Backsteinen aufgemauerter, runder Behälter. Die im inneren mit Bitumen verklebten gelben Kacheln lassen darauf schließen, daß es dem Erbauer auf Dichtigkeit des Behälters ankam. Somit handelt es sich wahrscheinlich um einen ehemaligen Ballastwasserbehälter. Heute ist der Betondeckel zerbrochen und liegt in dem Behälter. Auch findet man Dachreste in seinem Inneren. Er wurde damals bei den Abrißarbeiten zerstört.

Ehem. Ballastwassertank?
                            Ehemaliger Ballastwasserbehälter


Eingestürzter Deckel / Kacheln
                            Ballastwasserbehälter mit verklebten, gelben Kacheln


Aufgemauerte Wand
                            Ballastwasserbehälter III


Auf der Südseite von TOSKA findet man in regelmäßigen Abständen kleine Schächte, die mit gußeisernen Deckeln abgedeckt sind. Öffnet man einen Deckel, so erkennt man in ca. 1 m Tiefe eine Art Stahlseil, das durch den Schacht hindurchläuft. Ein weiteres Seil zweigt im 90°-Winkel vom durchlaufenden ab und geht in Richtung der ehemaligen Hallenwand. Hierbei handelt es sich möglicherweise um einen Teil des Erdungssystems. Hierauf mußte sehr viel Wert gelegt werden, da sich entladende elektrostatische Energie (Funken) sehr schnell zur Entzündung von austretendem Wasserstoff, der sich in der Luft mit Sauerstoff zu gefährlichem Knallgas verbindet, führen konnte. Irgendwo im Wald liegen noch die großen zentralen Erdungspunkte, die aus großen Kupferplatten bestehen sollen.

Erdleitungsschachtdeckel
                          Gußeiserner Deckel von einem Erdleitungsschacht auf der Südseite
                          
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9. Der ehemalige Munitionsbunker

Etwa 600m Luftlinie von den Hallen entfernt liegt der sogenannte “Himmelberg”. Wo dieser Name herkommt ist derzeit nicht bekannt. Im Himmelberg findet man den ehemaligen Munitionsbunker des Luftschiffhafens, der auch heute noch zugänglich ist. Die Zeppelin-Gruppe hofft, ihn eines Tages herrichten und in das Museum einbeziehen zu können.

Blick auf den Himmelberg
                            “Himmelberg”


                            Eingang des Munitionsbunkers


                                      Gang zu den Bunkerräumen

Auf dem Himmelberg stehend findet man dort noch die Schächte, die die Innenräume des Bunkers belüften sollten. Die Innenräume stehen heute unter Wasser. Die Stahltür zum Hauptraum ist heute nur noch in Fragmenten vorhanden.

                            Luftschacht zum Innenraum
                            
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Zeppelin

Stand:
Mai 2003