Deutsch-Dänische Luftschiffwochen in Flensburg und Tondern
Ein Bericht von Thorsten Klahn

AUFBAU DER AUSSTELLUNG

Anlieferung der Schraube von LZ127
Anlieferung der Heckschraube von LZ127 - in der Mitte Dieter Nickel und Dr. Broder Schwensen (Quelle: sh:z)

Bereits einige Tage vor dem geplanten Aufbau der Ausstellung wurden die Ausstellungsstücke aus Friedrichshafen durch eine Spedition angeliefert





 Broder und Manfred
Vorbereitung der Ausstellung über das Zeppelin-Museum Tondern (Dr. Broder Schwensen und Manfred Petersen)

Glücklicherweise waren die Renovierungsarbeiten auf Betreiben des neuen Besitzers des Eckener-Hauses, der Firma Densch & Schmidt, schon soweit fortgeschritten, daß bereits am Sonntag, den 04.10.2004, Dr. Broder Schwensen (Stadtarchiv Flensburg), Manfred Petersen, Anders Muus Jakobsen und Thorsten Klahn (alle Zeppelin- und Garnisonsmuseum Tondern) mit dem Aufbau der Ausstellung für die Deutsch- Dänischen Luftschiffwochen begin- nen konnten.

Anders und BroderAnders Muus Jakobsen und Dr. Broder Schwensen bei der Aufstellung der friedrichshafener Großexponate

Es wurden Vitrinen aus dem Kunstmuseum in Tondern sowie aus dem Stadtmuseum in Flensburg herbeigeschafft. Gefüllt wurden sie mit Exponaten aus Flensburg und Tondern. Das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen stifte für die Dauer der Ausstellung freundlicherweise einen Heckpropeller, ein Steuerrad sowie ein Strukturteil des LZ-127 “Graf Zeppelin”.



Manfred und ThorstenManfred Petersen und Thorsten Klahn beim Herrichten einer Vitrine mit dem Steuerrad des LZ 127
















Exponate aus Friedrichshafen - im Hintergrund das heliumgefüllte Luftschiffmodell von Michael Kuntschick (Fa. NordAirlebnis)

Die Ausstellung gliederte sich in drei Bereiche. Der große Raum war der Geschichte von LZ 127 und LZ 129 “Hindenburg” gewidmet. Neben den genannten Exponaten aus Friedrichshafen wurden hier Bilder, Briefe und weitere Dokumente zur Geschichte dieser Luftschiffe gezeigt. Hier lief während der Öffnungszeit der Ausstellung auch ein Film, der die gesamte Geschichte der Luftschiffahrt zeigte.


Modelle, Bilder und Dokumente LZ127/LZ129Bilder und Dokumente über LZ 127 und LZ 129 (Zeppelin- und Garnisonsmuseum Tondern)
















Hugo-Eckener-AusstellungHugo-Eckener-Ausstellung (rechts Büste Eckeners und Ehrenbür- gerbrief aus New York)

Hugo Eckener war ein weiterer Raum gewidmet. Neben seiner originalen Schirmmütze wurden sein Fernglas sowie die Ehrenbürger-Briefe aus Flensburg (1924) und New York (1929) gezeigt. Weitere Bild- und Textdokumente lieferten zusätzliche Informationen über Dr. Hugo Eckener. Während der Öffnung der Ausstellung wurde hier ein noch nie öffentlich gezeigter Privatfilm, der während einer Südamerikafahrt des LZ 127 anfang der 1930er Jahre aufgenommen worden war, vorgeführt (freundlicherweise von Dieter Nickel aus Harrislee für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Mütze und Fernglas Dr. Hugo EckenersMütze und Fernglas Dr. Hugo Eckeners (zusammen mit dem Ehrenbürgerbrief aus New York von Dr. Uwe Eckener mit der Maßgabe, diese Exponate in einer ständigen Ausstellung in Flensburg zu zeigen, gestiftet)












Hugo Eckener - gemalt von seinem Bruder
Hugo Eckener - gemalt von seinem Bruder Alexander Eckener

















Exponate aus TondernExponate des Zeppelin- und Garnisonsmuseums in Tondern

Das Zeppelin- und Garnisonsmuseum präsentierte sich in einem Ausstellungsraum gegenüber. Hier wurden einige wenige Exponate gezeigt, die einfach “Lust auf mehr” machen sollten.
Neben Uniformstücken wurden militärische Orden, Bilddokumente und auch originale Zeppelin-Teile (Bodenfunde, stammen von L54 und L60) gezeigt. Auch eine der Bomben, die beim Angriff im Juli 1918 auf dem Tonderaner Viehmarktplatz herunterging, gehörte zu den gezeigten Exponaten.












Uniformjacke und KaiserreichsflaggeUniformjacke eines Marineluft- schiffers und Flagge des deutschen Kaiserreiches
















Während der Öffnungszeiten der Ausstellung wurde eine bescheidene Gastronomie im Eckener-Hause zur Verfügung gestellt, so daß für das leibliche Wohl ebenfalls gesorgt war.


ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG: 08.10.2004

Eröffnung
Unter zahlreicher Beteiligung von luftschiffinteressierten Personen wurden die Deutsch-Dänischen Luftschiffwochen am späten Nachmittag des 08.10.2004 offiziell eröffnet. Nach dem Verlesen der Grußworte des Verschönerungs- vereins Flensburgs enthüllte Frau Elinor Kaempfe, eine in Flensburg ansässige Urenkelin der Grafen Ferdinand von Zeppelin, feierlich zwei, von einem ortsansässigen Künstler entworfene Bronzetafeln, die vorher zu Ehren Hugo Eckeners und seines Bruders Alexander Eckeners an der Hauswand des Eckener-Hauses angebracht worden waren.

Siegbert Amler und Eckart GutschmidtSiegbert Amler (links) entwarf die Tafeln, Eckart Gutschmidt goß sie in Bronze - hier nach der Anbringung der Tafeln (Quelle: sh:z)














   Hugo-Eckener-Tafel     Alexander-Eckener-Tafel

Die Enthüllung der Tafeln zu Ehren der Eckener-Brüder wurde vom NDR gefilmt und noch am gleichen Abend im Schleswig-Holstein-Magazin gesendet.
Anschließend folgte eine kleine Einführung in die Geschichte Hugo Eckeners durch Dr. Broder Schwensen, dem Leiter des Stadtarchivs in Flensburg.

Herr Troost überbringt die Grußworte der StadtGrußworte der Stadt durch den Ersten Bürgermeister, Helmut Trost

Der Erste Bürgermeister, Helmut Trost überbrachte dann die Grußworte der Stadt Flensburg, würdigte das Vorhaben aller Beteiligten und wünschte der Veranstaltung der Luftschiffwochen ein gutes Gelingen.









Eröffnungsvortrag von Dr. Broder SchwensenEröffnungsvortrag von Dr. Broder Schwensen

Ein weiterer Höhepunkt des Eröffnungstages war der Vortrag von Dr. Broder Schwensen im Obergeschoß des Eckener-Hauses. In anschaulicher Weise präsentierte er das abwechslungsreiche Leben Dr. Hugo Eckeners, der ja in diesem Hause und zwar auch in diesem Geschoß seine Jugendzeit verbracht hatte.






Mit einem gemütlichen Beisammensein im Untergeschoß sowie im Kellergewölbe des Eckener-Hauses ging der erste, ereignisreiche Tag bei einer zünftigen Mahlzeit und einem Bierchen zu Ende.

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ZEPPELIN BEMALEN (Kindermuseum) und FUNKLENK-ZEPPELIN-MODELLBAU (Phänomenta): 09.10. und 16.10.2004

Kinder bemalen einen Zeppelin
Kinder bemalten ein Luftschiff im Kindermuseum (Quelle: sh:z)

Diese, insbesondere für die jüngere Generation eingerichteten Veran- staltungen, waren gut besucht.
Für die Aktion “Kinder bemalen einen Zeppelin” fanden sich zehn Kinder im Kindermuseum ein. Dabei stellte ich heraus, daß es gar nicht so einfach war, ein Luftschiff zu bemalen. Aber es hat trotzdem allen viel Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Insbesondere der Arbeitskreis zum Bau eines  ferngelenkten Zeppelin- Modells wurde gerne von Vätern mit ihren Söhnen besucht.



7. FLENSBURGER MODELLBAUTAGE mit INNENRAUM-ZEPPELIN-WETTFLIEGEN: 24.10.2004

7. Modellbautage in Flensburg 2004Ferngelenktes Luftschiff von Michael Kuntschick (Fa. NordAirlebnis) während der Modellbautage in der Campushalle, Flensburg














FÜHRUNG DURCH DIE AUSSTELLUNG IM ECKENER-HAUS:

An den Öffnungstagen der Ausstellung, jeweils sonnabends und sonntags, konnte lufschiffinteressierten Personen eine Führung durch die Ausstellung angeboten werden. Diese Führungen waren gut besucht und haben den Veranstaltern viel Spaß gemacht. Es konnten interessante Dinge rund um Luftschiffahrt vermittelt werden und so manches interessante Gespräch hat sich ergeben.


BESUCH IM ZEPPELIN- UND GARNISONSMUSEUM TONDERN: 10.10.2004

Ankunft im Museum
Ankunft im Zeppelin-Museum

An diesem Tag erreichte der Bus mit den interessierten Flensburgern gegen 11.00 Uhr das Zeppelin- und Garnisonsmuseum. Auf dem Plan stand eine Führung durch das Museum und auf dem Freigelände, auf der sich die ehemalige Luftschiffbasis befunden hat.









Erläuterung der Geschichte durch Manfred PetersenErläuterung der Geschichte des Luftschiffhafens durch Manfred Petersen

Um die 45 Personen besser betreuen zu können, wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt, die von Manfred Petersen und Thorsten Klahn geführt wurden. Während die eine Gruppe in der Caféteria des Museums den Luftschiff-Film sah, wurde die andere Gruppe in die Geschichte des ehemaligen deutschen Luftschiff- hafens eingewiesen und durch die Ausstellung geführt.




Führung durch die AusstellungIn der Abteilung 1. Weltkrieg

Anschließend hatten alle Teilnehmer der Fahrt noch Gelegenheit, die Exponate des Museums auf eigene Faust zu erkunden. Dabei konnten viele interessante Dinge entdeckt und interessante Gespräche geführt werden.










Vor der alten FliegerhalleAls nächster Programmpunkt stand der Besuch des Freigeländes an. Dazu brachte der Bus alle Teilnehmer bis vor die alte Fliegerhalle. Bei schönstem Wetter erläuterte Manfred Petersen allen Teilnehmern das Gelände des ehemaligen Luftschiffhafens.
Dann ging es zu Fuß weiter an den Grundmauern der ehemaligen Baracken und dem Offizierstein vorbei. Die anderen Mitglieder der Zeppelin-Gruppe verteilten sich innerhalb der Gruppe, um direkt Fragen beantworten zu können.
An der Stirnseite der ehemaligen Luftschiffhallen führte der Weg bis zum nordöstlichen Pfeiler der Halle TOSKA. Auf dem Weg dorthin konnten die gewaltigen Fundamente der großen, ehemaligen Eckpfeiler der Hallentore bewundert werden. Es gab die unterirdischen Versorgungsgänge und die Fundamente der Laufkatzen im Wald zu entdecken. Am Ende der Halle TOSKA sammelte der Bus alle Teilnehmer ein und brachte sie wieder zum Zeppelin- und Garnisonsmuseum zurück.

Zünftige BrotzeitEine zünftige Brotzeit in der Zeppelin-Hütte

Da soviel Geschichte hungrig macht, hatten die Mitglieder Zeppelin-Gruppe für alle Ausflugsteilnehmer eine Brotzeit vorbereitet. Bei einem Gläschen Sprudel, einem Bier oder einem warmen Kaffee ließen die Teilnehmer das Gesehene revuepassieren. Hier bestand noch einmal die Gelegenheit interessante Gespräche zu führen.






AbfahrtAber wie das so ist, geht jeder Tag einmal zuende, und so war der Bus gegen 15.00 Uhr wieder abmarschbereit. Die letzten Brote wurden “vernichtet”, die letzten Gläser geleert und dann ging es wieder Richtung Flensburg. Alle fuhren mit interessanten Eindrücken eines ereignisreichen Tages heim, und so mancher wollte mit seiner Familie irgendwann wiederkommen...








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DIE FRÜHE LUFTSCHIFFZEIT: 13.10.2004

Titelfolie des Vortrags (Zeppelin- und Garnisonsmuseum Tondern)

Den ersten Vortag der Deutsch- Dänischen Luftschiffwochen konnten die ca. 40 Zuhörer am 13.10.2004 genießen. Thorsten Klahn präsentierte die Luftschiffgeschichte von den Anfängen bis ca. 1914. Die Zuhörer erfuhren etwas über die Gebrüder Montgolfiere über die ersten Versuche des Grafen Zeppelin, die im Juli 1900 zum Erfolg führten und den Grundstein für die Zeppelingeschichte legten bis hin zu den erfolgreichen Luftschiffen “Schwaben”, “Sachsen”, “Victoria Luise” und “Hansa”, die ja auch Hugo Eckener über Flensburg führte. Neben der Geschichte der Zeppeline erfuh das Publikum auch etwas über Parseval-, Schütte-Lanz- und Groß-Basenach-Luftschiffe sowie über das Siemens-Schuckert-Schiff.

Der erste Weltkrieg beginntDen zweiten Teil des Vortrags präsentierte Manfred Petersen. Er berichtete über die Luftschiffzeit nach 1914 am Beispiel des Luftschiffhafens Tondern. Im Rahmen seines Beitrags wurden auch erstmalig digitalisierte, alte Glasdias gezeigt, die die Familie Pleus -ihr Vorfahre, Rudolf Pleuss, war während des ersten Weltkriegs auf mehreren in Tondern stationierten Zeppelinen (u.a. auch auf L54) gefahren; nach dem Krieg ernährte Rudolf Pleuss seine Familie, indem er Vorträge über die Luftschiffzeit bis zum Ende des ersten Weltkriegs hielt- dem Zeppelin- und Garnisonsmuseum freundlicherweise überlassen hat, gezeigt.

Gleitbombe unter ZeppelinErprobung einer Gleitbombe unter dem Rumpf eines Zeppelins

















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LUFTSCHIFFAHRT IM FILM UND ZEITZEUGEN-GESPRÄCHSRUNDE: 20.10.2004

Eröffnung des Abends durch Frau...
Eröffnung des Abends durch Frau Stitz (in Vertretung von Dr. Broder Schwensen)

An diesem Tag platze der Veranstaltungsraum im Eckener- Haus aus allen Nähten. Bestimmt 100 luftschiffinteressierte Personen waren gekommen, um diesen besonderen Abend zu erleben. Einige Besucher konnten nur noch auf Stehplätze zurückgreifen. Den Auftakt machte der ca. 25 minütige Film von Dieter Nickel aus Harrislee: Eine nachträgliche Ehrung von Dr. Hugo Eckener mit alten und neuen Aufnahmen. Unter anderem wurden auch Aufnahmen gezeigt, wie Hugo Eckener zu Beginn der 1950er Jahre aus einem Fenster seinem Elternhauses zu den Flensburgern sprach. Dieser Film konnte von begeisterten Zuschauern nach der Veranstaltung bei Dieter Nickel erworben werden. Dieter Nickel war es auch, der auf einem Flohmarkt auf der dänischen Insel Bornholm einen alten 8mm-Film mit Privataufnahmen von einer Südamerikafahrt des LZ127 erstehen konnte. Diesen Fim -inzwischen digitalisiert- zeigte er während der gesamten Ausstellung im Hugo-Eckener-Raum.
Zeitzeugen-GesprächsrundeVon links nach rechts (vorne): Albrecht von Brandenstein-Zeppelin, Inge Gollbeck-Eckener, Frank Jung und Dr. Uwe Eckener

Den zweiten Teil des Abends, die Zeitzeugen-Gesprächsrunde, leitete Frank Jung, ein Mitarbeiter des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z). Zu diesem Zweck hatte er einen Urenkel des Grafen Zeppelin, Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin sowie die Nichte Hugo Eckeners, Inge Gollbeck-Eckener (Autorin des Buches “Onkel Hugo”) und ihren Neffen, Dr. Uwe Eckener (Enkel Hugo Eckeners), geladen. Alle Zuhörer erfuhren viele interessante Geschichten über “Onkel Hugo” aus Sicht der zeppelinschen und der eckenerschen Familien.

Albrecht Graf von Brandenstein-ZeppelinAlbrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin (Quelle: sh:z)

Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin sprach sich dafür aus, Hugo Eckener nun endlich die Ehre zuteil werden zu lassen, die ihm gebühre. Warum wird nicht ein Platz in Flensburg nach Hugo Eckener benannt? Warum gibt es keine Bronzestatue des Ehrenbürgers von Flensburg? Er erinnnerte auch an die Reichtagswahl 1932: Wie mag sich die Geschichte entwickelt haben, wenn damals Hugo Eckener Reichspräsident gewordern wäre? Wir werden es nie erfahren. Ob es wirklich etwas geändert hätte ist aber fraglich (Anmerkung des Autors). Interessant waren auch seine Ausführungen über das heutige (halbstarre) Luftschiff Zeppelin NT sowie weitere Luftschiffprojekte. Auf die Frage, ob Hugo Eckener auch heute noch für die Luftschiffidee eintreten würde, spekulierte er, daß Hugo Eckener heute sicherlich andere Projekte unterstützen würde. Er war ein Kind seiner Zeit und damals kamen die Zeppelin-Luftschiffe auf.

Inge Gollbeck-EckenerInge Gollbeck-Eckener (Quelle: sh:z)

Die fast neunzigjährige Inge Gollbeck-Eckener aus Oberbayern hatte Hugo Eckener von ihrer Kindheit an persönlich erlebt und konnte viele Anekdoten zum Besten geben. So z.B. die, als sie sich mit ihrer Schwester auf das Luftschiff LZ127 geschlichen hatte. Es war in Stuttgart gelandet; die Besatzung war zu einem Essen geladen. Nur der Kapitän Hans von Schiller (ein Schleswig-Holsteiner!) blieb als Wache an Bord. Frau Gollbeck-Eckener ging mit ihrer Schwester an Bord des LZ127 und bot dem Herrn von Schiller etwas Schokolade an. Der war so hungrig, daß er gleich die ganze Tafel aß. Nun wollten die Mädchen gerne einmal mit dem Luftschiff fahren. Schiller schlug ihnen vor, sich zu verstecken und sich erst wieder zu zeigen, wenn der Zeppelin in der Luft ist, denn dann könne Hugo Eckener die beiden nicht mehr von Bord werfen. Und so kam es dann auch. Auf der Fahrt von Stuttgart nach Friedrichshafen waren die Mädchen an Bord und zeigten sich ihrem Onkel erst, als der Zeppelin in der Luft war. Seine Reaktion war wie erwartet: “Nun kann ich euch ja nicht mehr von Bord werfen!”. So hatte Frau Gollbeck-Eckener noch das große Glück, einmal in ihrem Leben mit einem Zeppelin zu fahren. Sie beschrieb das Gefühl beim Fahren mit dem Zeppelin als ein “gemütliches, leises Brummen ohne Vibrieren.”

Dr. Uwe EckenerDr. Uwe Eckener (Quelle: sh:z)

Dr. Uwe Eckener aus Konstanz erinnert sich gerne an seinen “kantigen” Großvater, den er als kleiner Junge noch erlebt hat und der nach Jahrzenten am Bodensee immer noch Plattdeutsch sprach, wenn er gut gelaunt war. Hugo Eckener ist seiner Vaterstadt stets verbunden gewesen und seine Kenntnisse, die er beim Segeln auf der Flensburger Förde gewonnen hat, haben ihm später bei seinem Aufstieg zum Chef der deutschen Zeppeline geholfen. Wenig erfreut war Dr. Uwe Eckener von der Tatsache, daß die Exponate Hugo Eckeners, die er der Stadt Flensburg vor über 20 Jahren überlassen hatte, in Flensburg nicht mehr öffentlich gezeigt werden, sondern eingelagert sind. Er drohte, die Dinge nach Lakehurst zu schaffen, denn dort bestünde großes Interesse an den Sachen (Anmerkung des Autors: Warum soweit? Im Zeppelin- und Garnisonsmuseum in Tondern hätten diese Dinge auch einen würdigen Platz, wenn die Stadt Flensburg kein Interesse hat!).

Gegen 21.30Uhr ging dann ein abermals interessanter Abend langsam dem Ende zu. Im Anschluß konnte das von Inge Gollbeck-Eckener handsignierte Buch “Onkel Hugo” erworben werden. Diese einmalige Gelegenheit wurde von vielen genutzt. Bei einem anschließenden geselligen Beisammensein in einem nahegelegenen Restaurant konnten die Veranstalter der Deutsch-Dänischen Luftschiffwochen weitere interessante Gespräche mit den “Zeitzeugen” führen. Albrecht von Brandenstein-Zeppelin und Dr. Uwe Eckener nutzen den Besuch in Flensburg noch, um am folgenden Tag einen Abstecher ins Zeppelin- und Garnisonsmuseum Tondern zu machen. Hier konnte Manfred Petersen sie in die Geschichte des ehemaligen Luftschiffhafens Tondern einweisen. Beide waren begeistert und wollen gerne wiederkommen.


DIE LUFTSCHIFFIDEE NACH 1945: 27.10.2004

Die Luftschiffidee nach 1945
Titelfolie des Vortrags

An diesem letzten Mittwoch der Deutsch-Dänischen Luftschiff- wochen stand wieder ein Vortrag auf dem Programm. Dieser sehr interessante Vortrag war vor allem etwas für die Techniker unter den Luftschiffreunden. So fanden auch an diesem Abend wieder eine Reihe von Interessenten den Weg ins Eckener-Haus. In komprimierter Form präsentierte Thorsten Klahn (Mitglied der Zeppelin-Gruppe in Tondern) die Luftschiff-Geschichte von 1945 bis heute sowie aktuelle Luftschiff-Projekte. Er berichte unter anderem über niemals realisierte, über bereits realisierte sowie über aktuelle Luftschiffprojekte. Hier sind insbesondere die Höhenplattformen, Hybridluftschiffentwicklungen (Luftschiffe mit dynamischem und statischem Auftrieb) und Forschungsvorhaben von Universitäten zu nennen. Die Zuhörer und Zuschauer waren begeistert. In diesem Umfang wurde der präsentierte Sachverhalt noch nie gezeigt. So wurde die ursprünglich angesetzte Vortragszeit überschritten, was den Zuhörern wegen des interessanten Themas jedoch kaum etwas ausmachte.

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DER FALL ECKENER: 30.10.2004

Der Fall Eckener
Ankündigungsplakat für “den Fall”

An diesem Tag konnten die Besucher der Deutsch-Dänischen Luftschiffwochen einer der ganz besonderen Abende dieser drei Wochen im Eckener Haus beiwohnen. Martin Weber aus Friedrichshafen (siehe auch
http://www.navismo.de) präsentierte mit seinem Kollegen Günter Reich das Ein-Personen-Theaterstück mit Musik und Gesang “Der Fall Eckener”.











Langsam füllt sich der RaumIn 30 Minuten beginnt die Veranstaltung...

In der Hauptrolle war Martin Weber zu sehen, für die Technik zeigte sich Günter Reich verantwortlich. Mit einfachen Requisiten und moderner Technik führten uns die beiden durch das Leben von Dr. Hugo Eckener. Ihren “Fall” hatten sie zuvor schon zweimal erfolgreich in Friedrichshafen aufgeführt. Eine Aufführung in englicher Sprache in London ist ebenfalls geplant. Nun sollte dieses Stück den krönenden Abschluß der Deutsch-Dänischen Luftschiffwochen bilden.


Hugo Eckener”: Hymne an die Angebetete...

Und das ist Ihnen gelungen. Die Technik funktionierte einwandfrei. Martin Weber überzeugte in seiner Rolle als Dr. Hugo Eckener. Seine ausdrucksstarke, klare Stimme fesselte das Publikum sowohl bei den gesprochenen Texten als auch beim Gesang.








Die Katastrophe von LakehurstFie Katastrophe von Lakehurst

An einzelnen, entscheidenden Lebensstationen wurden dem Publikum die Person Hugo Eckeners nähergebracht. Als wäre er selbst im Raum...












Dank an die MitwirkendenDr. Broder Schwensen bedankt sich bei Martin Weber und Günter Reich

Nach fast zwei Stunden kurzweiliger Unterhaltung ging nun dieser letzte Abend der Deutsch-Dänischen Luftschiffwochen langsam seinem Ende entgegen. Der große Applaus bescheinigte den Mitwirkenden die erfolgreiche Aufführung ihres Stücks. Im Namen der Veranstalter der Deutsch-Dänischen Luftschiff- wochen bedankte sich Dr. Broder Schwensen noch einmal ganz ausdrücklich bei den aus Friedrichshafen angereisten für die tolle Unterhaltung und die gelungene Ausführung ihres Theaterstücks. Das wohl schönste Kompliment für die Mitwirkenden kam von einer Nichte Dr. Hugo Eckeners (sinngemäß): “Es war, als wenn Onkel Hugo direkt vor mir stand. Jetzt verstehe ich ihn ....”

Dieser nun letzte Veranstaltungsabend sollte zugleich der Abschied vom Eckener-Haus sein. Der letzte Veranstaltungstag der Deutsch-Dänischen Luftschiffwochen fand im Zeppelin- und Garnisonsmuseum in Tondern statt.

Das Licht geht aus...Das Licht geht aus...
























Ende der VeranstaltungZurück bleibt nur die Erinnerung...


















Es bleibt die Hoffnung, daß das Eckener-Haus irgendwann einmal wieder als das Haus zur Geltung kommt, in dem Dr. Hugo Eckener, der berühmte Luftschiffpionier, mit seinen Geschwistern aufgewachsen ist, vielleicht sogar mit einer ständigen Eckener-Ausstellung. Auf Wiedersehen, Eckener-Haus....


AUFSTIEG EINES ZEPPELINMODELLS UND SAISONABSCHLUSSTAG: 31.10.2004

6-m-Luftschiff über dem Zeppelin- und Garnisonsmuseum Tondern
6-Meter-Luftschiff über dem Zeppelin- und Garnisonsmuseum Tondern (Quelle: Firma NordAirlebnis)

Dieser nun letzte Tag in der Saison 2004 des Zeppelin- und Garnisonsmuseums war zugleich der Abschlußtag der Deutsch- Dänischen Luftschiffwochen. Aus diesem Anlaß wurde ein sechs Meter langes Luftschiffmodell durch Michael Kuntschick, Fa. NordAirlebnis
(
http://www.nordairlebnis.de), direkt am Museum in den Himmel gelassen.













Luftschiff mit NordAirlebnis-BannerEine Seite: NordAirlebnis-Banner (Quelle: NordAirlebnis)

Noch einmal fanden wieder zahlreiche Besucher den Weg ins Museum: der eine oder andere durch die Veranstaltungen in Flensburg inspiriert, andere wiederum wurden durch das im weiten Umkreis sichtbare Luftschiff angelockt. Bei einem gemütlichen Beisammen mit einer leckeren Erbsensuppe am Ende des Tages wurden die Museumssaison 2004 sowie die Deutsch-Dänischen Luftschiffwochen abgeschlossen.



Luftschiff mit Zeppelin-Museum-BannerAndere Seite: Zeppelin-Museum- Banner (Quelle: NordAirlebnis)

















Die Veranstalter hoffen, daß sich die Stadt Flensburg ihres Ehrenbürgers besinnt und eine ständige Ausstellung über Dr. Hugo Eckener im Stadtmuseum einrichtet. Es wäre schade, wenn die Erinnerungsstücke demnächst in Lakehurst bei New York zu bewundern sind... Auf jeden Fall werden die Eckener-Exponate im kommenden Jahr in Tondern gezeigt.

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ABBAU DER AUSSTELLUNG: 31.10. und 02.11.2004

Schon am letzten Tag der Luftschiffwochen begann der Abbau der Ausstellung im Eckener-Haus. Die Großexponate gingen zurück nach Friedrichshafen; Manfred Petersen holte die Tonderaner Exponate ab, und auch die geliehenen Vitrinen wurden wieder zurückgegeben. In der Woche wurden die letzten “Reste” der Ausstellung beseitigt. Damit gehört die Eckener-Ausstellung im gleichnamigen Haus nun der Vergangenheit an. Nur die in das Mauerwerk eingelassenen Tafeln erinnern noch daran....

   Hugo-Eckener-Tafel     Alexander-Eckener-Tafel


DANKSAGUNG

Für die Unterstützung bei der Umsetzung dieser Veranstaltungswochen möchten die Hauptveranstalter, Dr. Broder Schwensen und sein Initiativkreis sowie Manfred Petersen und Thorsten Klahn für das Zeppelin- und Garnisonsmuseum Tondern, folgenden Institutionen, Firmen und Personen für die gute Zusammenarbeit, Mitwirkung und Unterstützung danken (in alphabetischer Reihenfolge):

Agentur HELP Wiebke Stitz
Braasch Werbung
Campus Radio FH Flensburg
Densch & Schmidt
Fernseh Wendorf, Flensburg
Film- und Tonarchiv Dieter Nickel
Flensburg Tourismus- und Stadtmarketing GmbH
Förderverein Flensburg Regionalmarketing
Gesellschaft Flensburger Stadtgeschichte
Kindermuseum Flensburg
Kulturbüro Flensburg
Mercure Hotel Flensburg
Navismo Musicals, Martin Weber, Friedrichshafen
NordAirlebnis Michael Kuntschick
Phänomenta Flensburg
Regionalrat Schleswig/Soenderjylland
Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag
Sicherheitsdienst Nord
Städtische Museen Flensburg
Verschönerungsverein Flensburg
Zeppelin-Museum Friedrichshafen

Zeppelin

Stand:
Dezember 2004